2003 kam es zu einem Zwischenfall während der Studioaufnahme zu ihrem neuen Album „Cigarettes und Valentines“. Green Day hatten im November 2003 bereits einige Songs eingespielt. Über Nacht wurden die Aufnahmen allerdings gestohlen und waren nicht mehr auffindbar. Anstatt die Songs nochmal aufzunehmen, wollten Green Day etwas komplett Neues schaffen – es war an der Zeit, „American Idiot“ ins Leben zu rufen.

 

Einer der ersten Songs, die entstehen sollten, war „Homecoming“. Jedes Bandmitglied schrieb kleinere Passagen, die am Ende zusammengefügt den neuneinhalb-minütigen Song ergaben. Der Teil „Nobody Likes You“ stammt von Mike Dirnt, Tré Cool steuerte „Rock `n` Roll Girlfriend“ bei und Billie Joe Armstrong schrieb „The Death of St. Jimmy“, „East 12th St.“ und „We’re Coming Home Again“. Langsam entstand die Idee, „American Idiot“ als Konzeptalbum anzulegen und hiermit eine Art Rock-Oper zu schaffen, die eine fortlaufende Geschichte erzählt, sowohl politisch als auch sozialkritisch die Situation im Amerika der Bush-Ära thematisiert. Protagonist ist Johnny, der von der Gesellschaft benachteiligte jugendliche „Jesus of Suburbia“, der sich auf Sinnsuche begibt.

Aus dem Studio in die Stadien

Das Album beinhaltet die Singles „American Idiot“, „Boulevard of Broken Dreams“, „Holiday“, „Wake Me Up When September Ends“ und „Jesus of Suburbia“. Für den Dreh der Musikvideos für diese Songs wurde der Regisseur Samuel Bayer engagiert, der schon Videos für die Rolling Stones, David Bowie und The Cranberries verwirklicht hat.

 

 

Das Album „American Idiot“ landete am 21. September 2004 auf Platz 1 der Charts. Auch die später veröffentlichten Singles konnten international große Erfolge feiern. 2005 gewann es den Grammy Award für „Bestes Rock Album“. „American Idiot“ wurde außerdem bei den MTV Europe Music Awards als „Bestes Album“ und dem „American Music Award“ in der Kategorie „Favorite Album“ ausgezeichnet. Die Single „Boulevard of Broken Dreams“ ist bis heute Green Days erfolgreichste Single und bekam 2006 den Grammy in der Kategorie „Best Rock Record“.

Am 1. Oktober 2004 startete die „American Idiot“-Tour, mit der sie in den folgenden Jahren riesige Stadien auf der ganzen Welt füllten. Ihr bisher größtes Konzert spielten sie am 18. und 19. Juli 2005 im Milton Keynes National Bowl in England. Dieses monumentale Konzert wurde auf einer DVD und einem Live Album verewigt.

 

 

Ihr neuntes Album „21st Century Breakdown“ erschien 2009 und wurde von Butch Vig produziert statt von Rob Cavallo, mit dem sie bisher zusammengearbeitet hatten. Dieses neue Album folgt den Spuren von „American Idiot“, indem es – ebenfalls als Konzeptalbum angelegt – eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt. Diesmal geht es um die beiden Punk-Rocker Christian und Gloria, die das Amerika nach Bush ändern möchten. „21st Century Breakdown“ konnte – trotz lobenden Kritiken und dem 2010 erhaltenen Grammy Award für das „Beste Rock Album“ – nicht an den Erfolg von „American Idiot“ anknüpfen. Neben einer ersten Tour zu „21st Century Breakdown“ begannen sie schließlich, zusammen mit Regisseur Michael Mayer („Spring Awakening“, „Hedwig and the Angry Inch“) an einer Musical-Version von „American Idiot“ zu arbeiten, die am 4. September 2009 ihre Uraufführung am Berkeley Repertory Theatre feierte und im April 2010 an den Broadway transferiert wurde.

Ab dem 17. Januar 2018 ist Green Days „American Idiot“ zum ersten Mal in der Übersetzung von Titus Hoffmann in Deutschland zu erleben.